Wie personalisiere ich ChatGPT richtig? Anleitung für Memory und Einstellungen

Iwona Mallon

3/18/20267 min read

Machine2Mind in 30 Sekunden

Wenn Antworten in ChatGPT mal genau passen und mal seltsam allgemein wirken, liegt das oft nicht nur am Prompt, sondern an der Personalisierung. Der Grundton bestimmt, wie ChatGPT grundsätzlich klingt. Die Eigenschaften steuern Dinge wie Wärme, Struktur und Lesbarkeit. Individuelle Hinweise sagen, wie Antworten aufgebaut sein sollen. Im Feld „Über dich“ beschreibst du, wofür du ChatGPT nutzt und was dir beim Arbeiten hilft. Erinnerungen können Wiederholungen sparen, aber auch private und berufliche Nutzung vermischen. Projekte helfen dir dabei, Themen sauber zu trennen. Schon wenige Einstellungen reichen, damit ChatGPT näher an deinem Alltag und deinem Stil antwortet.

Machine2Mind-Roboter vor schwebenden Infografiken zu ChatGPT-Personalisierung, Grundton und Projekte
Machine2Mind-Roboter vor schwebenden Infografiken zu ChatGPT-Personalisierung, Grundton und Projekte

Wenn du ChatGPT nutzt, merkst du schnell, dass zwei Antworten auf den ersten Blick ähnlich gut aussehen können und sich trotzdem völlig anders anfühlen. Die eine trifft sofort. Sie klingt passend, denkt in die richtige Richtung und spart dir Arbeit. Die andere ist ordentlich formuliert, bleibt aber allgemein und hilft dir am Ende viel weniger. Der Unterschied entsteht oft nicht im Chat selbst, sondern schon davor. In ChatGPT gibt es mehrere Stellen, an denen du festlegen kannst, wie Antworten klingen sollen, was über dich bekannt sein darf und in welchem Rahmen ein Thema bearbeitet wird. Erst wenn diese Dinge zusammenpassen, wird aus einer allgemeinen Antwort etwas, das wirklich näher an deinem Stil und deinem Alltag liegt. Genau deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf die Personalisierung. Nicht alles dort hat das gleiche Gewicht. Manche Einstellungen verändern eher die Oberfläche, andere greifen viel tiefer ein. Und wenn man einmal verstanden hat, was wohin gehört, wird vieles einfacher. Du musst dann nicht mehr in jedem neuen Chat wieder erklären, wie du schreibst, für wen du schreibst und welche Art von Antwort du brauchst.

Wo finde ich die Personalisierung in ChatGPT?

In der aktuellen Oberfläche kommst du unten links über dein Profil direkt in den Bereich Personalisierung. Dort liegen die Bereiche, in denen du den Grundton anpasst, kleine Stilregler verschiebst, eigene Hinweise hinterlegst und im Feld „Über dich“ den Rahmen beschreibst, in dem ChatGPT für dich arbeiten soll. Das ist der sinnvollste Startpunkt, weil du dort Dinge einmal sauber festhalten kannst, statt sie immer wieder neu in den Chat zu schreiben. Wenn du zum Beispiel regelmäßig einfache Sprache möchtest, Fachbegriffe sofort erklärt haben willst und lieber klare Absätze als Textblöcke magst, dann gehört das genau hier hinein.

Ein passender Eintrag wäre zum Beispiel:
„Bitte erkläre neue Begriffe sofort in einem einfachen Satz. Nutze klare Absätze und Beispiele aus Alltag, Büro oder Content Arbeit.“

So ein Satz wirkt unscheinbar, verändert aber bereits spürbar, wie ChatGPT formuliert. Antworten werden dadurch nicht automatisch perfekt, aber sie kommen dir schneller entgegen.

Was stellt der Grundton in ChatGPT ein?

Der Grundton meint in ChatGPT den Bereich Basisstil und -tonfall. Der Grundton legt fest, wie ChatGPT grundsätzlich klingen soll. Also eher sachlich, eher freundlich, eher direkt oder eher locker. Du stellst damit keine ganze Persönlichkeit ein, sondern die Richtung, in der sich die Antwort bewegt. Wenn du etwa schreibst: „Formuliere mir eine Antwort auf eine Kundenanfrage wegen einer verspäteten Lieferung“, dann wirkt dieselbe Antwort je nach Grundton ganz unterschiedlich. Ein nüchterner Ton klingt ruhiger und gerader. Ein wärmerer Ton klingt menschlicher und etwas näher. Ein knapper Ton spart Worte und kommt schneller zur Sache. Das ist hilfreich, weil Texte nicht nur inhaltlich passen müssen. Sie müssen sich auch passend anhören. Gerade bei E Mails, Blogartikeln oder Antworten an Kunden macht das einen deutlichen Unterschied. Trotzdem ist dieser Bereich eher der Anfang als das Zentrum der Personalisierung. Der Grundton sagt etwas darüber, wie ChatGPT antwortet. Er sagt noch nicht viel darüber, wie du arbeitest, für wen du schreibst und welche Sprache du vermeiden willst. Genau das kommt erst in den nächsten Feldern.

In der ChatGPT Personalisierung ist das Menü für Basisstil und Tonfall geöffnet
In der ChatGPT Personalisierung ist das Menü für Basisstil und Tonfall geöffnet

Was sind die Eigenschaften in ChatGPT?

Unter dem Basisstil und -tonfall findest du die Eigenschaften. Damit stellst du feiner ein, wie ChatGPT klingen soll: wärmer oder sachlicher, lebendiger oder ruhiger, stärker gegliedert mit Überschriften und Listen oder eher fließend im Text. Auch Emojis kannst du hier höher oder niedriger gewichten.

Diese Regler wirken klein, machen aber oft den entscheidenden Unterschied. Sie verändern meist nicht den Inhalt, sondern das Gefühl beim Lesen. Genau dadurch wirken Antworten passender für deinen Alltag, deine Texte und deine Zielgruppe.

Was sind individuelle Hinweise in ChatGPT?

Die individuellen Hinweise sind der Bereich, in dem ChatGPT zum ersten Mal wirklich näher an deine Arbeitsweise rückt. Bis hierhin hast du eher den Klang verändert. Jetzt sagst du, wie Antworten für dich aufgebaut sein sollen und welche Art von Sprache du überhaupt möchtest. Ein Satz wie „Sei hilfreich“ ist dafür zu weich. ChatGPT kann daraus kaum etwas Greifbares ableiten. Viel stärker ist ein Hinweis, der direkt beschreibt, wie ein guter Text für dich aussehen soll. Zum Beispiel so:

„Schreibe warm, klar und direkt. Erkläre Fachbegriffe sofort in einem einfachen Satz. Nutze Beispiele aus Alltag, Büro oder Content Arbeit. Vermeide leere Werbesätze, steife Business Sprache und unnötig komplizierte Formulierungen.“

Damit bekommt ChatGPT nicht nur einen Wunsch, sondern eine Arbeitsgrundlage. Und genau dort beginnt der Unterschied zwischen einer nett formulierten Antwort und einer Antwort, mit der du wirklich weiterarbeiten kannst.

Was gehört in den Bereich „Über dich“ in ChatGPT ?

Im Feld Über dich geht es nicht um den Ton deiner Antworten, sondern um deinen Alltag und deine typische Nutzung. Am hilfreichsten ist dieser Bereich, wenn du dort kurz beschreibst, wofür du ChatGPT nutzt, in welchem Kontext du es einsetzt, wie du Informationen am besten verarbeitest und was dir bei Antworten konkret hilft. Das kann zum Beispiel Arbeit, Lernen, Organisation, Schreiben oder Zusammenfassen sein. Ebenso wichtig ist, ob du eher mit einfachen Erklärungen, kleinen Schritten, klarer Struktur oder direkt nutzbaren Formulierungen gut arbeiten kannst.

Ein passender Beispieltext wäre zum Beispiel:

Ich nutze ChatGPT für E Mails, Zusammenfassungen, Ideen, Planung und zum Verstehen neuer Themen. Ich arbeite am besten mit klarer Sprache, übersichtlicher Struktur und kleinen Schritten. Hilfreich sind für mich kurze Beispiele, konkrete Formulierungsvorschläge und Antworten, die nicht unnötig theoretisch werden.

So wird das Feld nützlich, weil es nicht nur sagt, was du tust, sondern auch, wie Hilfe für dich im Alltag aussehen soll.

Was sind Erinnerungen in ChatGPT?

Wenn du in der Personalisierung weiter nach unten gehst, kommst du zu dem Bereich Erinnerungen. Hier trägst du aber nichts ein. Du schaltest nur ein oder aus, ob ChatGPT sich Dinge über dich merken und später wieder aufgreifen darf. Das ist praktisch, weil du nicht in jedem neuen Chat wieder bei null anfangen musst. Wenn ChatGPT sich merkt, dass du einfache Sprache magst oder lieber klare Beispiele hast, kann das in späteren Gesprächen wieder einfließen. Genau darin liegt aber auch die Schattenseite. Wenn du ChatGPT privat und geschäftlich im selben Account nutzt, kann sich manches vermischen. Stell dir vor, du alberst in einem privaten Chat herum und sagst: „Nenn mich ab jetzt deinen Broski.“ Wenn Erinnerungen aktiv sind, kann so etwas gespeichert werden und später in einer geschäftlichen Mail auftauchen. Erinnerungen sind hilfreich. Aber sie verändern mit der Zeit, wie ChatGPT auf dich reagiert.

Direkt darunter gibt es noch eine zweite Einstellung: „Chatverlauf berücksichtigen“. Und die macht etwas anderes. Erinnerungen sind das, was ChatGPT wirklich über dich behält. Chatverlauf berücksichtigen bedeutet, dass ChatGPT zusätzlich auch in ältere Gespräche schauen und Dinge daraus wieder aufgreifen darf.

Einfach gesagt:
Erinnerungen sind der Merkzettel.
Chatverlauf ist der Blick zurück.

Das bedeutet: Wenn Erinnerungen aktiv sind, kann „Broski“ später wieder auftauchen, weil ChatGPT es sich wirklich gemerkt hat. Wenn zusätzlich auch der Chatverlauf berücksichtigt wird, kann so etwas auch dann wieder mitschwingen, wenn es gar nicht als feste Erinnerung gespeichert wurde, sondern einfach aus alten Gesprächen wieder hochkommt.

Wann sind Erinnerungen hilfreich und wann eher nicht?

Erinnerungen helfen vor allem dann, wenn du ChatGPT häufig für ähnliche Dinge nutzt. Wenn du zum Beispiel regelmäßig Texte schreiben lässt, Ideen sortierst oder dir Zusammenfassungen bauen lässt, spart es Zeit, wenn bestimmte Grundinfos schon da sind. Wenn du allerdings sehr viele unterschiedliche Themen in einem einzigen Konto mischst, kann es sinnvoll sein, vorsichtiger zu sein. Dann ist es oft besser, nicht alles global zu speichern, sondern mit Projekten zu arbeiten.

Was sind Projekte in ChatGPT?

Sobald du ChatGPT nicht nur für eine Sache nutzt, sondern für mehrere Bereiche, werden Projekte richtig wertvoll. Sie helfen dir dabei, Themen sauber zu trennen, statt alles in denselben allgemeinen Raum zu kippen. Du findest Projekte in der Seitenleiste. Dort kannst du ein neues Projekt anlegen und deine Chats darin sammeln. So bekommt ein Thema seinen eigenen Rahmen. Das ist besonders angenehm, wenn du zum Beispiel einerseits an Blogartikeln arbeitest, andererseits Mails schreibst und vielleicht nebenbei noch Ideen für ein Produkt sammelst. In einem allgemeinen Chat läuft dann schnell alles durcheinander. Ein Projekt schafft dagegen einen festen Rahmen. Wenn du also nicht möchtest, dass dein privates „Broski“ irgendwann in einem beruflichen Kontext mitschwingt, sind Projekte oft die sauberere Lösung.

Screenshot der ChatGPT Seitenleiste mit markiertem Button „Neues Projekt“ im Bereich Projekte
Screenshot der ChatGPT Seitenleiste mit markiertem Button „Neues Projekt“ im Bereich Projekte
Im Fenster „Projekt erstellen“ in ChatGPT ist die Erinnerungseinstellung „Nur Projekt“ markiert
Im Fenster „Projekt erstellen“ in ChatGPT ist die Erinnerungseinstellung „Nur Projekt“ markiert

Fazit

Die Personalisierung in ChatGPT besteht nicht aus einem einzigen Schalter. Sie entsteht aus mehreren kleinen Entscheidungen, die zusammenwirken. Der Grundton verändert, wie Antworten klingen. Die Eigenschaften beeinflussen, wie sie sich lesen. Individuelle Hinweise geben ChatGPT erste Arbeitsregeln. Der Bereich „Über dich“ setzt den Rahmen. Erinnerungen sparen Wiederholungen. Und Projekte helfen dir dabei, Themen sauber voneinander zu trennen.

Schon diese Einstellungen reichen aus, um ChatGPT spürbar passender zu machen. Antworten wirken oft klarer, nützlicher und näher an deinem Alltag. Für den Anfang ist das mehr als genug.

Iwona übersetzt KI in klare Alltagssprache. Als Internet Analystin und KI Model Trainerin kennt sie den „Maschinenraum“ von KI Modellen und zeigt dir, wie du damit schneller schreibst, planst und entscheidest, ohne Tech Gerede.

Erstellt von

Iwona Mallon